„Jugend fliegt“ – das Nachwuchs-Event

In seinen Sommerferien war unser Vincent als Helfer mit bei der Erstauflage von „Jugend fliegt“ auf dem Verkehrslandeplatz Eisenach-Kindel mit dabei. Warum dies eine ganz besondere Woche für ihn war, erzählt der Achtzehnjährige nach seiner Rückkehr zum heimischen Flugplatz in einem Interview.

„Hallo Vincent. Schön, dass du dir die Zeit nimmst.“

Erzähl uns doch erstmal, was „Jugend fliegt“ überhaupt ist.

„Das „Jugend fliegt“ war ein siebentägiges Jugendlager der Luftsportjugend des Deutschen Aeroclubs für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, bei dem alle Luftsportarten vorgestellt und ausprobiert werden konnten. Also vom Drachenfliegen, Ballonfahren, Segelflug, Motorflug, Kunstflug, Fallschirmspringen und auch Flugmodellbau war alles vertreten. Es gab auch eine Berufsmesse für alle teilnehmenden, wo namhafte Arbeitgeber aus der Luft- und Raumfahrtbranche über eine mögliche Karriere informierten. Das war ziemlich interessant.“

Und was war deine Aufgabe bei diesem Event?

„Ich hatte mich als Helfer für den Flugbetrieb eingetragen. Das heißt, ich habe die Flugzeuge auf den Start vorbereitet und nach der Landung wieder mit zurückgebracht, damit der nächste Interessent seine Chance auf einen Mitflug bekommt. Zudem habe ich natürlich auch die ankommenden Fluggäste betreut und sie auf ihr bevorstehendes Erlebnis vorbereitet, bzw. beim Einsteigen und Anschnallen geholfen.“

Wie bist du eigentlich darauf gekommen, bei diesem Event mitzuhelfen?

 „Ein guter Freund und Fliegerkamerad aus Großrückerswalde hatte davon im Internet erfahren und mich gefragt, ob ich nicht auch mit ihm eine Woche die Luftsportjugend dabei unterstützen möchte, junge Menschen von der Luftfahrt zu begeistern. Das klang für mich richtig interessant und so haben wir uns zusammen als Helfer angemeldet.“

Was war für dich persönlich ein echtes Highlight dieser Woche?

„Auf jeden Fall waren die Ballonstarts am Abend und am Morgen phänomenal. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn man so viele Ballone auf einmal starten sieht. Ich habe mir das jedes Mal sehr gerne angeschaut.

Außerdem hat mich das Kunstflugprogramm von Mike Rottland (Deutscher Meister im Motorkunstflug) mit seiner Extra 300 total gefesselt. Er hat eine richtig gute Vorführung gezeigt und es sogar mit Rauch hinter dem Flugzeug noch spektakulärer gemacht. Einfach der Wahnsinn!

Ach ja und als kleines Dankeschön, durfte ich sogar auch einmal im Segelflugzeug mitfliegen. Das war echt nett von der restlichen Helfer-Crew und ich fand es toll, nach meinen drei Wochen Urlaub endlich wieder im Cockpit zu sitzen. Nochmal danke dafür an dieser Stelle!“

Welches Ziel hatte denn die Erstauflage des Jugendlagers?

„Die Idee dahinter war, dass wir Kinder und Jugendliche für die Luftfahrt begeistern und ihnen die Möglichkeiten in den vielseitigen Luftsportarten vorstellen. Vielleicht sogar mit dem Effekt, dass einige von ihnen später in Vereinen aktiv werden und Teil der Luftsportjugend in Deutschland werden.“

Im F-Schlepp über Eisenach-Kindel

Du bist selbst leidenschaftlicher Segelflieger. Wie würdest du junge Leute in deinem Alter für die Luftfahrt begeistern?

„Nur davon erzählen bringt nichts. Man muss seine Leidenschaft den anderen direkt vermitteln. Ich sage immer, kommt einfach auf den Flugplatz, fliegt mal eine Runde mit und ihr werdet sehen, dass man davon so schnell nicht wieder loskommt. Also einfach mal die Leute ins kalte Wasser schmeißen und sie mit dem Fliegervirus infizieren. Das ist meine Strategie.“

Sind denn Jugendliche überhaupt noch für das Fliegen zu begeistern oder sind Computerspiele und rauschende Partys viel interessanter?

„Ich denke schon, dass großes Interesse für die Fliegerei besteht. Wer träumt als Kind nicht vom Fliegen oder ist zumindest davon fasziniert? Wichtig ist nur, dass in den Vereinen, die junge Leute werben wollen, die Altersstruktur stimmt. Andere Jugendliche ziehen bei sowas auch immer. Dann muss natürlich das Vereinsklima stimmen, man muss das Leben im Verein und den Luftsport an sich attraktiv gestalten. Und wo kann man denn schon so eine Party schmeißen, wie auf dem Flugplatz wo man Platz hat und keinen stört?“

Was ist dein Fazit aus einer Woche „Jugend fliegt“?

„Mir hat es auf jeden Fall gefallen. Es war für mich sehr interessant, neues zu entdecken. Man trifft neue Leute und verknüpft sich untereinander. Auch mal die vielen Facetten des Luftsports kennenzulernen, die man sonst nicht so miterlebt, war eine Bereicherung für mich.

Wir haben den Teilnehmern ein recht breites Angebot an Möglichkeiten aufzeigen können und ich denke, dass auf so manchen der Funke der Begeisterung für den Luftsport übergesprungen ist. Für mich war es also eine rundum gelungen Woche und ich bin stolz ein Teil davon gewesen zu sein.“

Vielen Dank, Vincent, für den kleinen Einblick und vielleicht kannst du uns ja mit deinen gewonnen Erfahrungen beim Fliegerclub Oschatz e.V. unterstützen.

Wenn Drachen Segelfliegen lernen… der Sommerlehrgang 2019 beim Fliegerclub Oschatz e.V.

Ein grandioser Sommerlehrgang ist schon wieder vorbei. Die Vereinsmitglieder des Fliegerclub Oschatz e.V. nutzten die erste Ferienwoche für eine spannende und motivierende Flugausbildung, feierten reichlich und entspannten in der eigenen Summerlounge.

Sommerlounge

Das bomben Wetter und der  unermüdliche Einsatz der ehrenamtlichen Fluglehrer verhalfen unseren vielen motivierten Flugschülern jede freie Minute in der Luft schwebend zu verbringen. Zudem durften wir den Habicht e.V. bei uns begrüßen, der sein jährliches Modellbau- und Modellflugcamp auch dieses Jahr wieder auf unserem Platz aufgeschlagen hat. Jeden Flugtag versuchten unsere Flugschüler ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen oder zu übertreffen. Das gelang mal mehr und mal weniger gut, dafür immer mit reichlich Spaß und Freude. Mal gab es keine Thermik oder der Fluglehrer simulierte einen Seilriss. Dann reichte die Höhe nur zu einer kurzen Platzrunde und die Flugschüler sammelten reichlich Erfahrung im Starten und Landen. Und wenn es mal nur zu einer Platzrunde gereicht hat, da das Wetter keine Thermik hergeben wollte oder die Fluglehrer ihren Spaß damit hatten ein paar Seilrisse zu simulieren, hat jeder Flugschüler so aus diesen Flügen sehr viel Erfahrungen gesammelt.

Am Mittwoch haben sich Vincent, Niclas, Erik und Marco mit bester Thermik und schönem Wetter gleich zu einem Streckenflug im Team zu Erfolg verleiten lassen. Alle vier flogen vorbei an Grimma und Leipzig nach Laucha. Zurück ging es dann wieder mit Rückenwind nach Oschatz. Und neben den fliegerischen Ambitionen haben wir in der flugfreien Zeit auch sehr viel Spaß gehabt. An einem Tag hat der Verein für alle eine Kanutour in einem Drachenboot beim Kanuheim Bischofswiese organisiert.  Mit Ruder bestückt und vollkommen nass gespritzt kämpften sich Flugschüler und –Lehrer mehrere Kilometer durch das Wasser. Vor den Augen des Ferienlagers vom Anglerverein Leipzig bewiesen sie sich mit einem grandiosen Rennen über 400m. Und die Anstrengung wurde belohnt – die Piazza Toscana in Oschatz verköstigt uns mit bester Bewirtung.

Kanufahrt in Bischofswiese

Die anderen Abende wurden meist am Volleyballnetz verbracht oder vor der selbst aufgestellten Kinoleinwand am Pool. Und wer dann immer noch zu viel Energie hatte tüftelte tatkräftig in der vereinseigenen Werkstatt an unserem Flugsimulator. Rundum war dieser Sommerlehrgang ein voller Erfolg und wir sind noch immer überwältigt von der Begeisterung, Sportlichkeit und dem Ehrgeiz den unsere Flugschüler und ehrenamtlichen Fluglehrer an den Tag gelegt haben!

Volleyball auf dem Flugplatz

Ein großer Dank geht nach dieser tollen und anstrengenden Woche deshalb an die Windenfahrer, Flugleiter, Fluglehrer und sonstiges sicherstellendes Personal. Alle haben sich dafür extra Urlaub genommen. Ein großer Dank geht auch an Erik, unseren Jugendleiter, für die gesamte Organisation und unsere liebe Angela, die uns Tag für Tag frisch und abwechslungsreich verköstigte.

Wir freuen uns jetzt schon auf den kommenden Herbstlehrgang vom 12.10.-20.10. diesen Jahres. Pläne und Ziele haben wir ja schon viele…

Gemeinsamer Streckenflug

Wer jetzt Lust auf einen Rundflug im Segelflugzeug oder Motorflugzeug bekommen hat, der kann jedes Wochenende bei gutem Wetter gern einmal vorbeischauen und mitfliegen oder uns einfach einmal so besuchen. Der Fliegerclub Oschatz e.V. freut sich auf euch!

Oschatzer landen unter den TOP 10 – Landesjugendvergleichsfliegen

Drei unserer Nachwuchspiloten haben sich beim 19. Sächsischen Landesjugendvergleichsfliegen (LJVF) in Görlitz gemessen. Für die meisten Teilnehmer ist dies die erste Möglichkeit, um Wettbewerbsluft zu schnuppern und ihre theoretischen sowie fliegerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Drei Tage lang war der Flugplatz am Fuß der Landskrone Heimat der jungen Segelflieger aus Sachsen. So auch die von Niclas, Vincent und Elias – die als (ehemalige) Flugschüler unseren Fliegerclub Oschatz e.V. dort vertraten.

Einweisungsflug
Einweisungsflug

Sie starteten mit unserem SZD-30 Pirat, in dem sie auch im Vorfeld schon am heimischen Flugplatz üben durften. Es ist schön, dass unser Verein die Jugendgruppe z.B. mit dem Transport des Piraten dank Kisi unterstützt, denn das ist nicht selbstverständlich.

Insgesamt traten 30 Teilnehmer aus knapp 10 Vereinen an, um das, was sie in ihrer Flugausbildung gelernt haben, vor einer offiziellen Jury zu zeigen. Trotz sahara-ähnlichem Wetter – 40 Grad und pralle Sonne – gaben sich die 14- bis 25-Jährigen alle Mühe, beim Wettbewerb möglichst wenig Fehlerpunkte mitzunehmen.

Unsere Jugend beim LJVF
Unsere Jugend beim LJVF

Der Wettkampftag startete bereits um 6:30 Uhr, denn es galten 90 Starts insgesamt, also 3 Wertungsdurchgänge pro Teilnehmer zu absolvieren. Leider machte uns die Technik am Boden zu schaffen, weshalb sich die Wertung nur auf zwei Durchgänge beschränkte. Immerhin mussten wir dann dadurch 3 Stunden weniger im Flieger schwitzen – und waren „schon“ um 19:30 Uhr mit dem offiziellen Wettkampf fertig.

Am Ende des Tages konnten wir einen Oschatzer unter den Top 10 verbuchen und feierten dies mit dem gesamten Team und den anderen Teilnehmern.

TeilnehmerInnen des LJVF in Görlitz
TeilnehmerInnen des LJVF in Görlitz

Besten Dank an unsere Jungs für ihr Engagement und viel Erfolg im nächsten Jahr – Ziel: Bundesjugendvergleichsfliegen.

Autoren: Stephanie Köchel und Erik Simon